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Webber: "Das hat mich kalt erwischt"

Als Mark Webber beim misslungenen Überholversuch an Heikki Kovalainen das Hinterrad des Lotus-Piloten traf, war der Australier nur noch Passagier. Sein Auto hob in die Luft ab, drehte sich in der Luft um 180 Grad, knallte mit dem Cockpit nach unten auf den Asphalt, drehte sich erneut um 180 Grad und rutschte anschließend mit noch hoher Geschwindigkeit in die Reifenstapel. Der Red-Bull-Pilot konnte dem Auto glücklicher Weise aus eigener Kraft unverletzt einsteigen.

"Nun, man benötigt immer zwei für einen Tango, oder?", meinte Webber im Interview mit der 'BBC'. "An diesen Zwischenfall waren wir beide beteiligt. Ich hielt nach dem besten Windschatten Ausschau, um den Job zu erledigen und ihn zu überholen. Er verteidigte sich ziemlich hart, auch innen, blockierte plötzlich sehr aggressiv."

"Schlussendlich überraschte mich die Tatsache, wie früh er bremste", so der erfahrene Rennfahrer. "Das ist das, was mich kalt erwischt hat. Es war egal, wo ich mich befand, oder wie dicht ich im Windschatten fuhr, ich hatte immer noch alles unter Kontrolle."

"Das war ein scheußlicher Zwischenfall. Klarerweise war ich überrascht über das, was auf der Zufahrt auf diese Kurve passierte. Zu Beginn dachte ich, 'Okay, er lässt mich vorbei', denn der Geschwindigkeitsunterschied war natürlich gewaltig. Dann begann er, die Türe zuzuschmeißen, und er zeigte diese kleinen Manöver. Ich dachte 'Was macht er da?'."

"Ja, er bremste, ging vom Gas, oder was auch immer. Es stellte sich heraus, dass dies 80 Meter früher der Fall war, als ich in der Runde zuvor gebremst hatte. Das bedeutet, dass dies in einer anderen Kategorie der Fall war, als in den paar Runden zuvor."

Vettel: "Das Risiko bleibt bestehen"

Sebastian Vettel beendete in Valencia eine Durststrecke von fünf Rennen ohne Sieg und meldet sich damit im Kampf um den WM-Titel wieder zurück: "Es war für uns zuletzt nicht einfach, aber das können wir nicht mehr ändern. Aber jetzt hat es geklappt. Es ist schön, wieder da zu sein und wichtige Punkte für die Meisterschaft geholt zu haben."

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"Wichtiger ist heute allerdings, dass Mark Webber bei seinem Unfall nichts passiert ist", so der Rennfahrer aus Heppenheim weiter. "Das zeigt, das sie Autos sicherer und sicherer werden, aber es zeigt auch, dass es immer noch ein Risiko gibt."

"Nachdem ich die Bilder gesehen habe, ist es das Wichtigste, dass Mark in Ordnung ist. Manche Leute vermissen die Attraktionen, sagen, dass die Zeit im Vergleich zur Formel 1 von vor 30 Jahren langweilig ist und nichts passiert. Aber an Tagen wie diesen wird man daran erinnert, das die Geschwindigkeiten groß sind, und wenn Dinge schief laufen, kann es spektakulär in die Hose gehen."

Am Start wäre das Rennen für den Deutschen beinahe vorzeitig zu Ende gewesen, als er bei einem Angriff von Lewis Hamilton in Richtung Boxenmauer gedrückt wurde: "Es war ziemlich eng, enger als ich erwartet hatte. Wir haben uns leicht berührt, aber ich konnte nicht weiter nach links. Ich hatte erst ein bisschen Angst, dass etwas kaputt gegangen ist. Aber danach konnte ich zum Glück leicht wegziehen."

"Beim Anbremsen der ersten Kurve hatte ich keinen Grund, etwas Dummes zu machen. Ich sah, dass Lewis ziemlich spät auf der Bremse war, versuchte, ihm so viel Raum wie möglich zu geben. Wenn man erst einmal seinen Bremspunkt gesetzt hat, dann kann man nicht entspannen. Es war ziemlich knapp, ich hätte nicht viel weiter nach links fahren können."

"Ich dachte, dass wir uns berührt haben, ich spürte den Schlag, aber ein paar Kurven später fühlte ich, dass mit dem Auto nichts falsch ist. Ich dachte, dass er den inneren Randstein vielleicht etwas berührt hat und das Auto dadurch abhob."

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Als nach dem Unfall von Webber das Safety-Car auf die Strecke geschickt wurde, bedeutete dies erneut eine Gefahr für Vettels Sieg: "Ich war gerade an der Box vorbei, als die Tafeln raus kamen. Da dachte ich zuerst, dass vielleicht die Autos hinter mir quasi einen Boxenstopp geschenkt bekommen. Aber dann habe ich gesehen, dass die Autos direkt hinter mir in der gleichen Situation waren wie ich."

Den nächsten Schreckmoment hatte Vettel beim Restart, als sein Auto beim Anbremsen der ersten Kurve quer kam und Hamilton gefährlich nahe kam: "Beim Neustart war es noch einmal kritisch, denn da hatten meine Reifen heftig blockiert, weil sie kälter waren als gedacht. Ich hatte dann sogar eine leichte Bremsplatte, nach der Strafe für Lewis konnte ich dann aber das Tempo anpassen und das Rennen nach Hause fahren."

Vettel gewinnt Großen Preis von Europa

Valencia (dpa) - Sebastian Vettel hat den Großen Preis von Europa gewonnen. Der Formel-1-Pilot setzte sich in Valencia mit seinem Red Bull gegen den WM-Führenden Lewis Hamilton im McLaren durch.

Dritter wurde Weltmeister Jenson Button im zweiten McLaren. Vettels Teamkollege Mark Webber schied nach einem spektakulären Unfall aus. Der Australier blieb unverletzt. Adrian Sutil wurde im Force India Sechster.