Vettel für Qualifying gerüstet
Sebastian Vettel hat das 3. Freie Training zum Grand Prix von Europa in letzter Sekunde für sich entschieden. Der Red-Bull-Pilot verwies die Konkurrenz um Robert Kubica (Renault) und seinen Teamkollegen Mark Webber in 1:38.052 Minuten auf die Plätze. Adrian Sutil (Force India) wurde Vierter.
Einen starken Eindruck hinterließ zwei Stunden vor Beginn der Qualifikation Adrian Sutil, der im Force India auf den vierten Platz fuhr. Dagegen konnte sich das Mercedes-Duo Nico Rosberg und Michael Schumacher nicht vorne platzieren: Rosberg wurde Elfter, Rekordweltmeister Schumacher sogar nur 15.
Selbst Williams-Fahrer Nico Hülkenberg war zwei Ränge besser als der siebenmalige Champion. Auch das McLaren-Duo Jenson Button und Lewis Hamilton kam nicht in Fahrt und belegte nur die Plätze neun und zehn.
In der WM-Wertung liegt Hamilton mit 109 Punkten an der Spitze. Zweiter ist Button (106) vor Webber (103) und Lokalmatador Fernando Alonso (94) im Ferrari. Vettel (90) rangiert an fünfter Stelle, dahinter kommt Rosberg (74).
Alonso mit Bestzeit im Training
Der Spanier Fernando Alonso war im zweiten Training zum Großen Preis von Europa Schnellster. Der Formel-1-Pilot fuhr im Ferrari in Valencia in 1:39,283 Minuten Bestzeit. Zweiter wurde auf dem 5,419 Kilometer langen Stadtkurs Sebastian Vettel im Red Bull vor seinem Teamkollegen Mark Webber.
Der Heppenheimer blieb in seinem Red Bull nur einen Hauch hinter Lokalmatador Alonso mit einem Rückstand von 56 Tausendstelsekunden. Auf Rang drei platzierte sich der zweite "rote Bulle" von Mark Webber, obgleich der Valencia Street Circuit nicht zu den stärksten Strecken von Red Bull gehört. Der Australier lag weitere 88 Tausendstelsekunden hinter dem Ex-Weltmeister aus Spanien.
Mercedes-Fahrer Nico Rosberg, im ersten Training noch Schnellster, kam auf Rang vier. Sein Teamkollege Michael Schumacher musste sich mit dem elften Platz begnügen. Der siebenmalige Weltmeister war damit nur viertbester Deutscher, weil Adrian Sutil im Force-India auf einen guten achten Rang fuhr. Bestätigung seiner guten Form aus den letzten Rennen.
Die beiden McLaren konnten ihrer Favoritenrolle auf dem schneller Kurs nicht gerecht werden. Lewis Hamilton wurde Fünfter, Weltmeister Jenson Button lediglich Neunter. Vor dem 9. von 19 WM-Läufen liegt Hamilton in der Gesamtwertung mit 109 Punkten vor Button (106), Webber (103), Alonso (94) und Vettel (90) an der Spitze. Rosberg (74) ist Sechster, Schumacher (34) Neunter.
Brawn-Interview: Sauer auf die Rennleitung
"Ein Wochenende zum Vergessen", erlebte Mercedes laut Sportchef Norbert Haug in Valencia. Nico Rosberg wurde Zwölfter, Michael Schumacher 16. - und das ohne Verwicklung in irgendwelche Zwischenfälle. Doch trotz des fehlenden Speeds wäre heute unter Umständen mehr drin gewesen, wie Teamchef Ross Brawn im Interview nach dem Grand Prix von Europa erklärt.
Frage: "Ross, ich kenne dich schon lange, aber im Vergleich zu deiner Ferrari-Zeit hast du viel mehr graue Haare. Ist das eine der schwierigsten Phasen deiner Karriere?"
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Ross Brawn: "Nein. Ich hatte schon schwierige Zeiten. Die gibt es in der Formel 1 immer, das liegt in der Natur der Formel 1. Das Frustrierende heute ist, dass wir trotz der Schwierigkeiten im Qualifying im Rennen einige gute Gelegenheiten hatten."
Kritik an der Rennleitung
"Michael an die Box zu holen, um Reifen zu wechseln, als wir das taten, war so eine. Hinter dem Safety-Car hatte sich noch keine Schlange gebildet, aber die Boxengasse sollte nicht geschlossen sein, bis sich eine Schlange bildet. Zwischen Hamilton und Kobayashi lagen 19 Sekunden, also gab es keine Schlange. Unserer Meinung nach war es völlig inkorrekt, Michael die rote Ampel zu zeigen."
Frage: "Was könnt ihr jetzt noch machen? Werdet ihr zu den Rennkommissaren gehen?"
Brawn: "Wir haben uns bei Charlie (Whiting, Rennleiter; Anm. d. Red.) beschwert. Er hat gesagt, dass sie das untersuchen werden, aber wir sind sehr unglücklich, denn jetzt hilft es eh nichts mehr, schließlich können wir das Rennen nicht zurückspulen. Schade, denn das war eine wundervolle Gelegenheit an einem sehr schwierigen Wochenende. Das ist extrem ärgerlich."
"Unseren Problemen im Qualifying werden wir auf den Grund gehen, denn im Rennen war das Auto nicht so schlecht - nicht gut genug für die absolute Spitze, aber viel besser als im Qualifying. Wir haben eine Menge Arbeit vor uns, aber das ist so eine Herausforderung, wegen der wir in diesem Business sind."
Frage: "War Michaels Rennen mit dem Boxenstopp unter dem Safety-Car zerstört?"
Brawn: "Ja, denn das war eine großartige Gelegenheit. Kobayashi blieb draußen und wir waren auf den richtigen Reifen. Das war eine großartige Chance, den Boxenstopp in einer entscheidenden Phase aus dem Weg zu schaffen. Wir glauben, dass es falsch war, die rote Ampel zu zeigen."
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Im Finish nur noch getestet
Frage: "Ihr habt mit Michael drei Boxenstopps gemacht. War das der Plan oder habt ihr an der Strategie etwas geändert?"
Brawn: "Den letzten Wechsel haben wir nur durchgeführt, um Michael frische Reifen zu geben und ihm freie Fahrt zu verschaffen, ein bisschen Arbeit mit dem Auto zu erledigen und zu sehen, ob wir mit frischen Reifen noch Alguersuari einholen können. Fast hätte er das geschafft, aber nicht ganz."
Frage: "Kannst du irgendetwas Positives sehen, wenn du dir euer Auto ansiehst?"
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Brawn: "Beide Autos sind im Ziel und wir hatten wieder sehr gute Boxenstopps. Die Fahrer sind gut gefahren. Wir müssen das technische Paket verbessern."
Frage: "Das nächste Rennen ist euer Heimspiel in Silverstone. Wie sieht nun der Masterplan aus, wenn ihr am Montag in die Fabrik kommt?"
Brawn: "Wir haben einige Heim-Grands-Prix: Silverstone, Hockenheim, Malaysia und natürlich Abu Dhabi wegen unseres Partners Aabar. Nächste Woche müssen wir intensiv nachdenken und versuchen, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um wieder an die Spitze zu kommen."
Frage: "Gibt es einen Spezialplan? Arbeitet ihr nur an einer bestimmten Sache oder am ganzen Auto?"
Brawn: "Es geht um alle Aspekte. Nur selten dreht es sich nur um eine Sache. Wir werden an allen Elementen des Autos arbeiten, aber wir haben einige sehr gute Leute - die gleichen Leute, die im Vorjahr Weltmeister geworden sind. Daran müssen wir uns erinnern, uns hineinknien und die Probleme lösen."
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